(In Zusammenarbeit mit der Fachschaft Informatik)

 

Vortrag zum Thema :

    "OPEN SOURCE SOFTWARE UND URHEBERRECHT"

 

Der Vortrag wurde von Axel METZGER und Till JAEGER vom Institut für Rechtsfragen der Open Source Software (www.ifross.de) gehalten.

  Inhalt:

  1. Einführende Gegenüberstellung der Grundlagen des proprietären Urheberrechts nach dem gelten UrhG und der OSS-Philosophie

  2. Rechtliche Wirksamkeit von OSS-Lizenzen am Beispiel der GPL

  3. Aktuelle Bezüge:

  -Softwarepatente und OSS

  - der DeCSS-Fall

 

Zusammenfassung:

Bericht über die Veranstaltung der Fachschaft Informatik und des Zentrums für angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) der Universität Karlsruhe am 03.04.2000 zum Thema "Open Source Software und Urheberrecht"

Am 03.04.2000 haben die Fachschaft Informatik und das Zentrums für angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) der Universität Karlsruhe eine Veranstaltung zum Thema "Open Source Software und Urheberrecht" abgehalten. Vortragende waren die Juristen Till Jaeger und Axel Metzger vom ifrOSS - Institut für Rechtsfragen der Open Source Software, München (www.ifross.de). Trotz der vorlesungsfreien Zeit fanden sich ca. 50 Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Studenten zu der Veranstaltung ein.

Jaeger und Metzger stellten in einem einführenden ersten Teil zunächst die Grundlinien der Open Source-Philosophie und des deutschen Urheberrechts gegenüber. Zur Sprache kamen dabei Geschichte und Funktion des Urheberrechts, dessen zentrales Anliegen die Beteiligung des Urhebers an den Früchten seiner Arbeit ist. Demgegenüber zielt die Open Source-Bewegung eher auf die Förderung von Allgemeininteressen ab, es geht um die Schaffung besserer Programme, welche möglichst kostengünstig von jedermann genutzt werden können.

In einem zweiten Teil setzten sich Jaeger und Metzger mit der Vereinbarkeit von Open Source Lizenzen mit dem deutschen Urheberrecht am Beispiel der GPL auseinander. Die GPL ist die wichtigste Open Source-Lizenz. Durch die GPL räumt der Urheber den Nutzern des Programms ein einfaches Nutzungsrecht an jedermann ein. Allerdings muß der Nutznießer dieses Nutzungsrechtes etwaige Weiterentwicklungen wiederum unter die GPL stellen, also "frei" geben. Reibungspunkte der GPL mit dem deutschen Urheberrecht bestünden jedoch im Hinblick auf die unbeschränkte Veränderungsfreiheit der OSS-Nutzer und im Hinblick auf neue, heute noch nicht bekannte Nutzungsarten.

In einem dritten Teil konnten schließlich aktuelle Fragen der Open Source Software behandelt werden. Zum einen wurden die Probleme der patentgeschützten OSS behandelt, zum anderen wurde auf den DeCSS-Fall eingegangen. Die sich anschließende Diskussion erwies sich als außerordentlich fruchtbar, sie sollte die Fachschaft Informatik und das ZAR darin bestärken, auch weiterhin die Diskussion zwischen Informatikern und Juristen durch ähnliche Veranstaltungen ZU vertiefen.

 

Pressespiegel:

BNN v. 20./21. 04.2000