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Laufende Projekte

Aktuelle Fragen der ökonomischen Analyse des Urheberrechts:
Als Teilgebiet der ökonomischen Analyse des Rechts befasst sich die ökonomische Analyse des Urheberrechts mit der Deutung urheberrechtlicher Normen nicht aus dem traditionellen Blickwinkel der persönlichkeitsrechtlichen Verankerung, sondern unter dem Gesichtspunkt der ökonomischen Wirkungsweise urheberrechtlicher Normen und deren Verbesserung unter dem Gesichtspunkt der Effizienzsteigerung. Im Hinblick auf Innovationsförderung und wirtschaftliche Bedeutung auch des Urheberrechts gewinnt dieses bislang vergleichsweise wenig beachtete Teilgebiet möglicherweise entscheidend an Bedeutung. Ziel der Studie ist daher zunächst eine Bestandsaufnahme der angewandten Methoden sowie des bisherigen Forschungsstandes in Form einer Bibliographie, eines generellen Überblicks und schließlich der Erarbeitung weiterführender Fragestellungen.

Ausschließliches Urheberrecht, Wettbewerbs- und Informationsfreiheit: Die Grenzen urheberrechtlicher Schrankenbestimmungen (The Scope of the Three-Step Test)
Nach Art. 13 des Übereinkommens über handelsbezogene Aspekte des geistigen Eigentums (TRIPS) dürfen Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) nur solche Ausnahmen von den ausschließlichen Urheberrechten vorsehen, die auf bestimmte „Sonderfälle” beschränkt sind und die weiterhin „weder die normale Auswertung beeinträchtigen noch die berechtigten Interessen der Urheber unzumutbar verletzen”. Die Vorschrift wird damit in der digitalen, vernetzten Informationsgesellschaft zum alles entscheidenden Maßstab für die Abgrenzung von Eigentümer-, Wettbewerber- und Nutzerinteressen. Die von der niederländischen Regierung geförderte Studie in Zusammenarbeit mit dem Institut voor Informatierecht (IVIR ) der Universität Amsterdam soll Kriterien für die Ausfüllung dieser unbestimmten Rechtsbegriffe erarbeiten

Datenbank amtlicher Texte des Informationsrechts
Die in Pilotform bereits abgeschlossene und über das Internet zugängliche Datenbank amtlicher Texte des Informationsrechts, in der die für das Recht der Informationstechnologie wichtigsten internationalen, europäischen und nationalen amtlichen Gesetzestexte zum Onlinezugriff durch Wissenschaft und Praxis bereit gehalten werden, wird weiterentwickelt. Gegenstand des zweiten Projektabschnitts sind die rückwärtige Vervollständigung, die Entwicklung einer automatisierten Dokumentensuche sowie die Fertigstellung der Begleitdokumentation, in der sowohl die rechtlichen Fragen nach der Reichweite des ausschließlichen Schutzes des geistigen Eigentums gegenüber der Informationsfreiheit und dem Informationsbedürfnis der Nutzer wie auch Fragen der technischen Realisierung der Datenstruktur und der Formalisierung geeigneter Zugriffsmöglichkeiten festgehalten werden sollen.

Die Vergütung der digitalen Privatkopie im Rechtsvergleich
Eine vergleichende Untersuchung der unterschiedlichen nationalen Systeme für die Vergütung digitaler Privatkopien (im Rahmen der Association littéraire et artistique internationale, in Zusammenarbeit mit Prof. Ginsburg, Columbia University, und Prof. Sirinelli, Université de la Sorbonne, Paris I).

Graduiertenkolleg ”Information Management and Market Engineering”
Zusammen mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hat die Fakultät für Informatik ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Graduiertenkolleg zum Thema „Information Management and Market Engineering Market Engineering” (IME) eingerichtet.

Graduiertenkolleg

Haftungsrisiken bei der Verletzung der IT-Sicherheit ? Konkretisierung der Sorgfaltspflichten mittels Meldungen, gefördert von der RWTÜV Stiftung
Projektleiterin für die Universität Münster: Franziska Boehm
Mitarbeiter: Markus Andrees (Universität Münster)
Zeitrahmen: Juli 2014 - Juni 2017

Ziel des Promotionsforschungsprojekts ist es, die Pflichten von Unternehmen in Bezug auf die Gewährleistung von IT-Sicherheit zu klären. Der Fokus der Arbeit liegt insbesondere auf Haftungsszenarien bei der Verletzung von IT-Sicherheitspflichten. In diesem Zusammenhang wird überprüft, inwieweit Meldungen von Sicherheitsvorfällen das Haftungsrisiko beeinflussen können. Dem Forschungsprojekt liegt die Annahme zugrunde, dass allein die Existenz eines Haftungsrisikos Unternehmen dazu verleitet, finanzielle Ressourcen für die Gewährleistung der IT-Sicherheit aufzubringen. Je größer dieses Risiko ist, desto intensiver wird die Beschäftigung mit dem Thema IT-Sicherheit ausfallen. Die Bestimmung des Haftungsrisikos stellt jedoch eine Herausforderung dar, da es entweder an einschlägigen Rechtsgrundlagen fehlt oder diese eine große Abstraktheit aufweisen. Erschwerend kommt hinzu, dass neue Gesetze, insbesondere das IT-SiG, das Haftungsrecht in noch ungeklärter Weise beeinflussen können. Am Ende des Projekts sollen konkrete Handlungsempfehlungen gegeben werden, an denen sich Unternehmen orientieren können, um ihr Haftungsrisiko zu bewerten. Zudem sollen Vorschläge gemacht werden, auf welchen Wegen für weitergehende Rechtssicherheit im Haftungsrecht gesorgt werden kann. Davon profitieren letztlich nicht nur die Unternehmen sondern auch die Kunden. Denn in einem konkreten Haftungsfall wirken sich klare rechtliche Vorgaben positiv auf den grundsätzlich vom Kläger zu erbringenden Nachweis des schädigenden Verhaltens aus

Material:
http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/organisation/mitarbeiter/markus-andrees
Information und Informationsrecht:
Die stetig wachsende wirtschaftliche, kulturelle und politische Bedeutung von „Information” in unserer Gesellschaft, der sog. Informationsgesellschaft, haben zur Entstehung eines neuen Rechtsgebiets, des Informationsrechts, geführt. Dabei hat sich jedoch zum einen noch kein einheitliches Verständnis des Informationsbegriffes herausgebildet; zum anderen handelt es sich, im Gegensatz zu traditionellen Rechtsgebieten, um eine horizontale Querschnittsmaterie, deren genaue Konturen bislang noch unklar sind. Dementsprechend uneinheitlich sind die unter dem Begriff des Informationsrechts zusammengefassten Sachfragen. Tendenziell zeigt sich eine Konzentration auf Rechtsfragen, die im Umfeld von modernen Kommunikationsformen entstehen und einen eher technischen Schwerpunkt aufweisen. Dabei handelt es sich jedoch um eine stark technikbezogene, einseitige Eingrenzung. Ziel des Projektes ist es zum einen, eine handhabbare Definition der „Information” zu gewinnen und zum anderen, Kriterien zu entwickeln, wie eine Grenzziehung des Rechtsgebiets ”Informationsrecht” aussehen könnte. Hierzu soll zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme derjenigen Rechtsgebiete durchgeführt werden, in denen Information bislang Regelungsgegenstand ist. Diese Bestandsaufnahme soll in einem zweiten Schritt als Grundlage einer sinnvollen Grenzziehung dienen.

Intellectual Property in Transition
Das Projekt geht davon aus, dass auch in der Gegenwart grundsätzlich ein Bedürfnis für einen ausschließlichen Schutz geistigen Eigentums besteht. Die gegenwärtige Kritik an dem im Wesentlichen im 19. Jahrhundert konzipierten System — Stichworte sind Softwarepatente, Patente auf biotechnologische Erfindungen, File-Sharing-Systeme, Digitales Rechtemanagement und Copyleft-Tendenzen — droht über das Ziel hinauszuschießen. Gleichwohl ist ein generelles Defizit der strukturellen Anpassung des bestehenden Systems an die gewandelten Umstände der Schaffung, Verbreitung und Nutzung immaterieller Güter festzustellen. Diesem Defizit will das Projekt zum einen im Wege einer umfassenden Bestandsaufnahme bestehender Änderungsansätze und zum anderen durch die Entwicklung eines tragfähigen, zukunftsträchtigen Konzepts begegnen, das nicht nur die Interessen der Inhaber von Rechten des geistigen Eigentums, sondern auch diejenigen anderer gesellschaftlicher Gruppen wie auch fundamentale gesellschaftliche Werte integriert.

ITS.APT (IT-Security Awareness Penetration Testing), BMBF gefördertes Projekt, angesiedelt an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
Projektleiterin für die Universität Münster: Franziska Boehm
Mitarbeiter: Tim Hey und Robert Ortner (Universität Münster)
Zeitrahmen: Januar 2015 - Dezember 2017

Inhalt: Angriffe auf IT-Infrastrukturen werden immer häufiger. Ob sie Erfolg haben, entscheidet oft das individuelle Verhalten der damit konfrontierten IT-Benutzer. Eine Bewertung der IT-Sicherheit bei Betreibern kritischer Infrastrukturen wird üblicherweise durch ?Penetration Testing? durchgeführt, bei denen das Testfeld aber auf die technische Infrastruktur beschränkt ist. Das Verbund-projekt ITS.APT verfolgt das Ziel, diese klassische Methode um den Faktor Mensch zu erweitern. Dazu erarbeiten Informatiker der Universität Bonn, Juristen der Universität Münster, Datenschützer des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Kiel, Psychologen der Universität Duisburg-Essen, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und der IT-Sicherheitsdienstleister ERNW aus Heidelberg neue Methoden, mit denen das IT-Sicherheitsbewusstsein von Benutzern gemessen werden kann.
In einem umfassenden Feldtest mit anschließender Evaluation in einem der größten europäischen Zentren für medizinische Versorgung, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, wird untersucht, welche Parameter entscheidend für das IT-Sicherheitsbewusstsein sind. In dieser Umgebung ergeben sich besondere Herausforderungen im daten-schutz-, haftungs- und arbeitsrechtlichen Bereich.

Material:
https://itsec.cs.uni-bonn.de/itsapt/
KASTEL (Kompetenzzentrum Angewandte Sicherheits-TEchnoLogie)
Intelligente Infrastrukturen, verstärkte Vernetzung und immer komplexere Informatik in allen Lebensbereichen stellen ganz neue Anforderungen an die IT-Sicherheit. Das Kompetenzzentrum KASTEL (Kompetenzzentrum Angewandte Sicherheits-TEchnoLogie) bündelt die Kompetenzen in der IT-Sicherheit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) und dem Forschungszentrum Informatik (FZI), um diese Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ziel der Bündelung sind die Abkehr von isolierten Teillösungen und die Entwicklung eines ganzheitlichen Ansatzes, der auf die Gesamtsicherheit von Anwendungen zielt. Diese Gesamtsicherheit erfordert neue Bedrohungsmodelle, Sicherheitsziele und Methoden sowie die Kooperation von Kryptographen, IT-Sicherheits-Spezialisten, Software-Ingenieuren, Juristen und Netzwerk-Experten. Ein Absichern an der Peripherie durch Firewalls und verschlüsselte Verbindungen ist alleine nicht mehr ausreichend. KASTEL ist anwendungsgetrieben; Ziel ist die Entwicklung dreier ganzheitlich sicherer Prototypen. Sie sollen belegen, dass eine durchgängige Entwicklung sicherer Anwendungen möglich ist.

Mehr über KASTEL

Kollaborative, komponentenbasierte Entwicklung von Unternehmenssoftware im Finanzdienstleistungsbereich von Baden-Württemberg (CollaBaWü)
In dem vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderten Projekt CollaBaWü geht es um die kollaborative, komponentenbasierte Entwicklung von Unternehmenssoftware im Finanzdienstleistungsbereich von Baden-Württemberg. 1Forschungspartner sind das Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe (FZI) und die Universität Mannheim sowie eine Reihe von Praxispartnern.

Der Begriff Unternehmenssoftware bezeichnet Softwaresysteme, die zur Unterstützung und Realisierung betrieblicher Prozesse eingesetzt werden. Bislang wird die Erstellung von Unternehmenssoftware nur selten zwischenbetrieblich über mehrere Leistungsstufen organisiert. Durch die Entwicklung von Komponenten im Rahmen des Projekts und deren spätere Verwendung soll ein höherer Wiederverwendungsgrad in unterschiedlichen Produktfamilien bzw. Produktlinien, eine stärkere zwischenbetriebliche Arbeitsteilung sowie eine teilweise Parallelisierung von Entwicklungs- und Produktionsprozessen erreicht werden, um auf diese Weise niedrigere Stückkosten zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dem ZAR obliegt hier im Rahmen des Teams „Geschäftsmodelle” die rechtliche Strukturierung der dabei auftretenden schutz- und vertragsrechtlichen Fragen.
S. collabawue.de.

Open Access
Das ZAR befasst sich mit der Frage nach der rechtlichen Ausgestaltung des wissenschaftlichen elektronischen Publizierens. Angesichts des Preisdrucks, dem sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei ihrer Informationsversorgung ausgesetzt sehen, wie auch unter dem Stichwort des offenen Zugangs („Open Access”), der insbesondere durch die Berliner Erklärung der MPG, der Universität Karlsruhe sowie anderer in- und ausländischer Großforschungseinrichtungen präzisiert worden ist, hat diese Frage gerade in jüngerer Zeit an informationspolitischer Aktualität und Brisanz gewonnen.

Selbstorganisation und Spontaneität in liberalisierten und harmonisierten Märkten
Liberalisierung und Globalisierung verlangen nach dezentral organisierten Märkten - monopolistische Strukturen werden aufgebrochen, Barrieren überwunden. Das Internet bietet dazu völlig neue Potenziale. Das Projekt ”Selbstorganisation und Spontaneität in liberalisierten und harmonisierten Märkten” baut auf der These auf, dass das Internet selbstorganisierende Netze und spontane Aktivitäten von Marktteilnehmern fördert und damit einen wesentlichen Beitrag zur Liberalisierung und Globalisierung und mithin zur Harmonisierung leisten kann. Das Projekt befaßt sich mit Multi-Utility-Märkten, Virtuellen Kraftwerken und Wearable Services. Aufgabe des ZAR ist die Erarbeitung der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Das Projekt SESAM - Selbstorganisation und Spontaneität in liberalisierten und harmonisierten Märkten läuft im Rahmen des BMBF-Forschungsschwerpunktes Internetökonomie von Juli 2003 bis mindestens Ende 2007.

Weitere Informationen unter http://www.internetoekonomie.uni-karlsruhe.de/

STARR (Decision SupporT and self-mAnagement system for stRoke survivoRs), EU Horizon 2020 gefördertes Projekt
Projektleiterin für das Leibniz Institut FIZ: Franziska Boehm
Mitarbeiterinnen: Francesca Pichierri und Diana Dimitrova (FIZ)
Zeitrahmen: Februar 2016 - Juli 2019

Das mit 10 Partnern gemeinsam durchgeführte STARR Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die häusliche Nachsorge von Schlaganfallpatienten zu verbessern. Zu diesem Zweck wird ein ?decision support and self-management system for stroke survivors? entwickelt, das auf computergestützten Vorhersagemodellen für Schlaganfallrisiken basiert und die Patienten in ihrem Alltag unterstützen soll. Dieses Gerät soll auch zur besseren Überwachung der Nachsorge eingesetzt werden. Dabei fallen zahlreiche höchst sensible personenbezogene Daten an. Das FIZ übernimmt in diesem Projekt die rechtliche Analyse und wirkt an der Gestaltung der zu entwickelnden Technik von Beginn an mit, so dass privatsphärerelevante Risiken rechtzeitig erkannt werden und so schon im Design der Technik berücksichtigt werden können. Dieses Projekt wird u.a. mit der Universität Luxemburg (SnT) durchgeführt.

Systems for remunerating private digital copying activities:
Ziel dieser Studie im Rahmen der Association littéraire et artistique internationale (ALAI) in Zusammenarbeit mit Prof. Ginsburg(Columbia University) und Prof. Sirinelli (Université de la Sorbonne, Paris I) ist es, im Wege einer Bestandsaufnahme bestehender und geplanter Systeme zur Vergütung der privaten Kopie im digitalen Bereich die grundsätzlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu umschreiben und Empfehlungen für nationale Gesetzeber zu erarbeiten.

Material:
Vorstudie: pdf-Format (83 KB))
Vertrauen im Netz:
Neben der kommerziellen Nutzungen des Internets als Handelsplattform soll sich dieses Medium zukünftig als verlässliche Informationsquelle etablieren. Sowohl im Bereich des Handels als auch der Nutzung als Informationsquelle stellt sich als wesentliches Hemmnis für die Nutzung ein Vertrauensdefizit der Nutzer hinsichtlich der Integrität der Quellen und der Sicherheit der Übertragungswege dar. Die Studie mit dem Titel „Vertrauen im Netz” soll daher untersuchen, welche Bedeutung dem „Vertrauen” in unterschiedlichen Bereichen des elektronischen Verkehrs zukommt und wie Vertrauensmechanismen auf rechtliche Weise abgesichert werden bzw. werden sollten.

Abgeschlossene Projekte

Creative Commons Deutschland
Am 11.6.2004 sind die deutschen Fassungen der US-amerikanischen Lizenzbedingungen des von Prof. Lessig in Stanford ins Leben gerufenen Creative Commons (CC; www.creative-commons.org) in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Ihre Erstellung erfolgte unter Federführung des ZAR in Zusammenarbeit mit RA Dr. Till Jaeger vom Institut für Rechtsfragen der Open Source Software (ifrOSS). Ziel ist ein Mittelweg zwischen dem von Werkverwertern verfolgten „all rights reserved” auf der einen und der Anarchie unkontrollierter Piraterie fremder geschützter Werke und Leistungen auf der anderen Seite. Ziel ist mit anderen Worten der Ansatz eines „some rights reserved”. Dabei kann der jeweilige Urheber die Nutzungsbedingungen seiner ins Netz gestellten Werke durchaus differenziert vergeben. Zugleich soll aufgrund des kostenlosen, zeitlich unbegrenzten Nutzungsangebots mit den Mitteln des urheberrechtlichen Ausschließlichkeitsrechts ein allgemein zugänglicher Fundus schöpferischer Werke aufgebaut werden. Kommunikationstechnisch handelt es sich um eine begrenzte Zahl miteinander teilweise kombinierbarer Lizenzbausteine, die nicht etwa jedem Werk angehängt werden, sondern die zentral gespeichert sind und auf die derjenige, der sein Werk einer CC-Lizenz unterstellen will, im Wege von Icons sowie mittels eines eigens generierten Metadatensatzes lediglich verweist. Das Projekt ist aus einer Seminararbeit von Studenten entstanden.
S. creativecommons.org, Deutschland.

Evaluation of the Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) of the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN)
Ende 1999 sind von ICANN die sog. UDRP-Proceedings mit dem Ziel eingeführt worden, Konflikte zwischen Marken und Domainnamen in den Top-Level-Domains .com, .org und .net zu lösen. Den administrativen Rahmen für die Verfahren bieten vier sog. Dispute Service Provider: das bei der Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO) angesiedelte WIPO Arbitration and Mediation Center, , das in den USA ansässige National Arbitration Forum (NAF), eResolutions und CPR. Seit 2000 bis Anfang 2001 sind von diesen Streitschlichtungsorganen rund 2000 Streitfälle in Domainnamen-Konflikten entschieden worden und die UDRP-Verfahren werden nach wie vor intensiv in Anspruch genommen. Nach allgemeiner Auffassung ist ihr Funktionieren zufriedenstellend. Es hat jedoch von Anfang an die Befürchtung gegeben, daß die Policy in ihrer praktischen Anwendung die Rechtsinhaber einseitig begünstigen, kleine Start up-Unternehmen und Privatleute benachteiligen und nicht zuletzt die Freiheit der Meinungsäußerung beeinträchtigen könnte. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie auf der Basis einer Auswertung von 700 Verfahren, die von den drei größten Service Providern (WIPO, NAF und eResolutions) bis Anfang 2001 entschieden wurden.

Die Durchführung der Studie erfolgte im Auftrag der Intellectual Property Constituency (IPC) der ICANN unter der Projektführung des Münchner Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht (verantwortlich: Dr. Annette Kur) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Marktrecht und Immaterialgüterrecht an der Universität Stockholm (Leitung: Prof. Marianne Levin) und dem Institut für Informations- und Wirtschaftsrecht an der Technischen Universität Karlsruhe (Leitung: Prof. Thomas Dreier).

Die Studie bestätigt im Ergebnis die weitgehend positive Beurteilung der UDRP-Verfahren; sie zeigt jedoch auch auf, daß und in welchen Aspekten Bedarf für weitere Klarstellungen besteht. Ferner werden Vorschläge für Verfahrensänderungen unterbreitet sowie Fragestellungen benannt, die einer weiteren wissenschaftlichen Vertiefung bedürfen.

Material:
Endfassung der Studie
Rechtsinformatik Online (RION)
In dem vom BMBF geförderten Projekt RION wird das Fach „Informationsrecht” unter Projektführung der Universitäten Freiburg und Oldenburg für die universitäre Lehre an juristischen, betriebswirtschaftlichen und Informatik-Fachbereichen von den im Verbund Beteiligten multimedial aufbereitet und in die Lehrangebote der beteiligten Hochschulen integriert. Die erstellten multimedialen Produkte sollen auch nicht projektbeteiligten Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Die am Projekt beteiligten juristischen Hochschullehrer aus Karlsruhe, Münster, Hannover und Göttingen liefern aus ihrem speziellen Fachgebiet Lehrmodule (EDV-Recht, Urheberrecht, Medienrecht, Datenschutzrecht, Verbraucherschutzrecht usw.) und Datenbanken (Gesetze, Urteile) zur Integration in hypermediale CBT-Software. Vorlesungen sollen in Videokonferenztechnik angeboten und als Multimedia-Anwendung archiviert werden. Das Angebot soll durch internetbasierte MOOs vervollständigt werden. Eine erste Präsentation findet auf der Learntec 2002 in Karlsruhe statt.

Reform des Weltpostvereins (WPV) — Stärkung der Rolle der privatisierten Postunternehmen
Die Studie beschäftigt sich mit der Reform des Weltpostvereins (WPV). Vor dem Hintergrund sich wandelnder Postmärkte sowie der gewandelten Rolle ehemaliger Postverwaltungen im Zuge von Postreformen haben sich die Anforderungen an die institutionelle Struktur des WPV verändert. Von zentraler Bedeutung sind die Anforderungen hinsichtlich der Reaktionsgeschwindigkeit des WPV auf veränderte Rahmenbedingungen im Markt sowie die Überführung der Postverwaltungen in Unternehmen mit privater Rechtsform in vielen Mitgliedsländern. Ungelöste Probleme über die letzten Jahrzehnte sind Fragen der Endvergütungen und Entwicklungshilfe, die durch eine unzeitgemäße Definition von „developing countries“ zusätzlich verschärft wurde. Fokus der Studie ist die institutionelle Ausgestaltung des WPV. Im Vordergrund steht dabei die Frage, welche Rollen Regierungen einerseits und Postunternehmen andererseits im WPV zukünftig innehaben sollen – der bisher in den Verträgen des WPV verwandte Begriff der „postal administrations“ erweist sich infolge der Trennung hoheitlicher und betrieblicher Aufgaben in der Mehrheit der Mitgliedsländer sowie der Überführung von Postunternehmen in eine private Rechtsform in einigen Ländern als zunehmend unpraktikabel. Auf dieser Basis wurden Reformoptionen analysiert und diskutiert sowie auf ihre politische sowie völkerrechtliche Durchsetzbarkeit geprüft. Von besonderem Interesse sind dabei diejenigen Handlungsoptionen, die sich aus deutscher Sicht bei weiterhin schleppendem Reformprozess empfehlen.

Testbed for a European Copyright User Platform (TECUP):
Das von der EU-Kommission geförderte TECUP-Projekt hat zum Ziel, praktische Modelle für die Verteilung, Archivierung und Nutzung elektronischer Produkte unterschiedlicher Rechteinhaber in Bezug auf unterschiedliche Arten von Bibliotheken zu untersuchen. Das Institut ist in diesem Rahmen mit der Erstellung eines „Report on Strategy issues and recommendations” beteiligt.

Projektzeitraum: 2000 - 2001